Quo vadis FCA?

An diesem Wochenende hat der FC Augsburg im zweiten Spieltag der Rückrunde den vierten Punkt der Rückrunde gegen eine TOP16-Champions-League Mannschaft geholt. Nach einer Gesamtausbeute von 9 Punkten aus 17 Spielen in der Hinrunde, scheinen vier Punkte aus zwei Spielen nun zum Rückrundenstart direkt zur Euphorie zu verleiten.

Aber Euphorie ist nicht angebracht. In Düsseldorf hätte die Mannschaft fast einen 3-Tore-Vorsprung noch verspielt und gegen Schalke kam das alte Problem der Chancenverwertung wieder ans Tageslicht.  Zudem ist der Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen mit acht Punkten immer noch enorm. Sollte der FC Augsburg am Ende der Saison auf dem Relegationsplatz landen – was nach der Vorrunde als Erfolg zu werten wäre – dann kann in diesen beiden Spielen alles passieren. Auch der Abstieg.

Trotzdem gibt es einige Entwicklungen, die in den letzten Wochen Anlaß zur Hoffnung gegeben haben:

1. Geringes wirtschaftliches Risiko

Ein Abstieg in die zweite Liga wäre wirtschaftlich sehr schmerzhaft. Allerdings ist nicht gesagt, dass teure Transfers in der Winterpause den Ausschlag zum Erfolg geben und den Verein nicht nur in finanzielle Gefahren stürzen würden. Mit Ji hat der FCA einen hochveranlagten Spieler ausgeliehen. Parkhurst und Hahn wurden zwar fest verpflichtet, aber keine Millionenbeträge bezahlt. Insgesamt ist in Augsburg keine Panik ausgebrochen und die wirtschaftliche Vernunft leitet weiter das Vorgehen der Verantwortlichen.

2. Vertragsverlängerungen an wichtigen Stellen

Der FCA hat mit Sascha Mölders und Daniel Baier zwei Führungsspieler längerfristig gebunden. Zudem konnte der Vertrag mit dem Hauptsponsor AL-KO verlängert werden. Insgesamt wird so sichergestellt, dass der FCA auch im Falle des Abstiegs nicht vor einem Scherbenhaufen steht, sondern direkt in der zweiten Liga wieder angreifen kann.

3. Die positive Wandlung des Markus Weinzierl

Zuletzt ist hervorzuheben, dass auch der Trainer seine Arbeitsweise verändert und ihm dies schon zu Beginn der Rückrunde zum Erfolg verholfen hat. Als Neuling in der Bundesliga war er zu Saisonbeginn in Augsburg angetreten und hat gedacht, er kann mit der Mannschaft in Augsburg genauso locker umgehen wie mit seinen Regensburgern. Von einigen Spielern wurde dieses Vertrauen ausgenutzt und der Rest der Mannschaft hat sich auf Grund des Durchgreifens, welches nicht konsequent genug war, gewundert. Durch das harte Durchgreifen nun in der Winterpause hat er ein Signal an die ganze Mannschaft gesendet, dass er keine Nachlässigkeiten toleriert und diese Konsequenz wird ihm von Teilen der Mannschaft mit einem höheren Respekt und noch mehr Einsatz zurück gezahlt. Der Rest der Mannschaft, der jetzt noch nicht mitzieht, hätte uns im Abstiegskampf sowieso nicht geholfen. Markus Weinzierl scheint in der Bundesliga angekommen.

Wie oben schon angemerkt ist der ganze Verein immer noch nicht bei 100% und es ist überall noch Luft nach oben. Zu zwei Punkten möchte ich Anregungen geben, wie wir gemeinsam noch ein paar Prozente herauskitzeln können:

1. Die Torwartfrage bis zum Saisonende klären

Nachdem wir zwischenzeitlich jeweils nur einen fitten Keeper hatten, werden wir alsbald mit drei klasse Schlußleuten dastehen und auf Grund der Spekulationen um Mo Amsif sorgt das jetzt schon für Unruhe. Ich glaube Markus Weinzierl wäre gut beraten, die Torwartfrage alsbald bis zum Saisonende zu klären, um erst gar keine weitere Unruhe aufkommen zu lassen. Volle Konzentration auf den Klassenerhalt. Nachdem zwei der drei Torhüter zudem schon ein gewisses Alter haben und Simon Jentzsch jetzt längerfristig Probleme mit seinem Finger hat, Bedarf es dann am Saisonende weiterer Überlegungen. Aber bis dahin können wir das Thema ruhig bei Seite schieben.

2. Die Fans mitnehmen

Am Samstag haben wir gegen einen Champions League Teilnehmer gespielt und trotzdem war das Stadion nicht ausverkauft. Der Verein und die Fangruppierungen sollten sich Gedanken machen. Aus Vereinssicht würde mich interessieren, ob  noch irgendeine Kampagnenidee herumschwirrt, um die Fans in der Rückrunde noch mehr ins Stadion zu locken. Die Mannschaft hat jede Unterstützung nötig, die sie bekommen kann. Persönlich glaube ich, dass das Bild der Unruhe, entstanden durch die Wechsel auf dem Managerposten, in Kombination mit der sportlichen Lage ein oder zwei abgeschreckt hat. Mancher wurde vielleicht auch von der 12:12-Fankampagne verunsichert. Ich fand die Kampagnen des Vereins in der letzten Saison sehr gelungen (Mitgliederkampagne und 11ter Mann Dauerkartenverlängerung) und hoffe auf ähnliches in der Rückrunde. Jetzt im Abstiegskampf müssen wir zusammenstehen und die Leute mobilisieren, damit wir im Stadion den Gegner vielleicht etwas einschüchtern können.

3. Professionell auf Schiedsrichterentscheidungen reagieren

Am Samstag ist schon wieder ein Augsburger Verantwortlicher auf die Tribüne verwiesen worden.  Auch ich war im Stadion mit der Leistung von Schiedsrichter Christian Dingert nicht zufrieden. Meiner Meinung nach hätte Christian Fuchs Gelb-Rot sehen müssen und auch in anderen Situationen fand ich seine Entscheidungen nicht ganz glücklich. Aber die Aufregung von der Seitenlinie ändert an der Entscheidung des Schiedsrichters im Einzelfall nichts. Sie sorgt nur dafür, dass die Spieler und das Publikum aufgebracht werden. Dies mag in seltenen Fällen aus psychologischen Gründen gewünscht sein, zeugt aber meist von disziplinlosem, unprofessionelem Verhalten. Egal wie der Schiedsrichter pfeift, wir müssen darüber stehen. Wir müssen unser Spiel machen und so werden wir uns hoffentlich am Ende durchsetzen. An manchen Tagen – wie zum Beispiel am Samstag – gibt es Entscheidungen gegen einen selbst. Dafür hat der Schiedsrichter in der Vorwoche kurz vor Ende in einem glücklichen Moment das Spiel unterbrochen. Es gleicht sich doch zumindest ganz grob alles wieder aus. Ich glaube nicht daran, dass ein Schiedsrichter bewusst einen Verein bevorzugt. Die Verantwortlichen sollten sich darauf konzentrieren, was sie an der Seitenlinie beeinflussen können und was nicht. Vielleicht ist das das Quäntchen was am Ende fehlt.

Packen wir’s an. Wir sollten uns am Ende der Saison nicht vorwerfen müssen, wir hätten nicht alles versucht. Ich bin zuversichtlich, dass wir in dieser Saison und darüber hinaus noch viel Spaß mit unserem Verein haben werden.

 

 

 

2 Gedanken zu „Quo vadis FCA?“

  1. 1. Die Torwartfrage ist schon geklärt. Es spielt der Torwart, den der Trainer aufstellt

    2. Die Zuschauerresonanz ist ganz normal bei so einem Wetter, ich kenne viele die bei so einem Wetter nicht 90 Minuten in dieser Kälte aushalten wollen und dafür auch noch bezahlen sollen. Dazu kommt noch, dass Schalke mittlerweile Alltag ist und nichts mehr Besonderes darstellt.

    3. Wer sich nicht mehr über Schiedsrichterentscheidungen aufregt, der hat sich mit dem Abstieg abgefunden. Sagt jemand Dortmund ist unprofessionell, weil Klopp sich aufregt.Hält jemand Mainz für unprofessionell, weil Tuchel sich massiv beschwert über einige Schiedsrichter. Hält jemand jemand Bayern für unprofessionell, wenn sie sich nach einer Benachteilung beschweren und bei Bevorzugung Schweigen. Hält jemand Freiburg für unprofessionell, weil Streich während fast jedes Spiel wie bekloppt an der Seitenlinie hoch und runter läuft. Wer sich in dem Geschäft nicht beschwert, bei Fehlern von Schiedsrichter, der wird auch zurecht verpfiffen. Man braucht nicht in Demut verfallen und alles über sich ergehen zu lassen. Emotionen ausschalten funktioniert nicht und wenn das Stadion deswegen aufgeheizt ist, hat sich in der Vergangenheit oft gezeigt, dass es der Mannschaft hilft, weil der Schiedsrichter dann im Zweifel eher für uns pfeift und manchmal kann ein Platzverweis oder eine Entscheidung über ein Spiel oder eine ganze Saison entscheiden.

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