Album Review: Atmosphere – Southsiders

Vor kurzem bin ich mal wieder über gute Musik gestolpert und habe mich gefragt, warum mir diese Kombo nicht schon viel länger bekannt war. OK, es wird als Indie Hip Hop bezeichnet, was die Jungs machen, aber sieben Studioalben zu verpennen, bevor man dann doch noch in den Genuss kommt, fällt schon sehr deutlich in die Kategorie „besser spät als nie“. Dabei ist das Erfolgsrezept von Atmosphere erdenklich einfach. Rapper  „Slug“ und DJ „Ant“ bieten klassischen Hip Hop – „2 turntables and a mic“ wie wir es lieben. Einfach bedeutet bei den beiden Jungs gut und so habe ich seit der Entdeckung doch einige Zeit damit verbracht, mir ihre Sachen anzuhören, im Folgenden soll es allerdings nur um ihr neuestes Werk gehen.

Anfang Mai war es soweit und Studioalbum Nr. 8 von Atmosphere kam unter dem Titel „Southsiders“ auf den Markt. Das Ganze erschien bei Ryhmesayers und wird in Deutschland von Groove Attack vertrieben. Als erste Single des Albums wurde „Bitter“ ausgekoppelt.

Der Titel des Albums ist eine Hommage an die Heimatstadt der Gruppe. Die beiden kommen aus Minneapolis und die Platte ist die schönste Hommage an eine Heimatstadt seit Max Herre’s Single „Erste Liebe“. Natürlich ist auch bei Atmosphere nicht alles gold was glänzt und so ist mir z.B. der Beat bei „Star Shaped Heart“ zu elektronisch. Allerdings sind die Songs, die mir wirklich gefallen, deutlich in der Überzahl. „The World might not live through tonight“ ist eine großartig eingängige Hymne aufs Leben und der Beat von „I love you like a brother“ hat für mich das Zeug zum Klassiker. Auch „Fortunate“ und die zweite Single „Kanye West“ sind Songs, die einem gut Druck auf die Ohren geben.

Dabei gelingt es Slug mit seinen Texten, zwar ernste Themen aufzugreifen, die Platte aber insgesamt nicht zu einer melancholischen Tirade auf die Welt verkommen zu lassen. Viele Songs beschreiben die Sorgen des Lebens, bieten dem Hörer aber einen faszinierend positiven Ausblick. Auch die musikalische Untermalung der Texte passt hierzu und so verbergen sich auf der zweiten Hälfte der Platte mit Songs wie „We ain’t gonna die today“, „My lady got two men“ und „Flicker“ wirkliche Perlen. Slug meint hierzu selbst:„Na ja, ich muss realistisch bleiben und sicher gehen, dass die hässlichen Dinge hässlich bleiben und das Schöne schön bleibt.“ Ich finde das gelingt ihm sehr gut und verschwinde hiermit wieder unter meinen Kopfhörern.

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