Frank Buschmann und der Super Bowl

Mit Frank Buschmann bin ich schon in meiner Jugend in Kontakt gekommen, als ich heimlich nachts NBA-Spiele geschaut habe und Buschmann damals der Kommentator beim DSF war. Die Begeisterung von Buschmann für den Sport hat mir schon immer gefallen. Buschmann ist sportverrückt und auf Umwegen dazu gekommen in den letzten Jahren auch den Superbowl bei Sat1 zu kommentieren. In seinem Buch “Am Ende kackt die Ente” berichtet er über die Erfahrung und ich habe das Buch mit Spannung gelesen. Viele Football Fans werden es nie schaffen, beim wichtigsten Spiel des Jahres dabei zu sein und entsprechend will ich euch kurz an Buschmanns Erfahrungen teilhaben lassen.

Buschmann ist ein sehr emotionaler Kommentator und hat sowohl langjährige Erfahrung mit Basketball- als auch Fußballübertragungen. Eigentlich mag ich gerne, wenn er kommentiert, aber von American Football hat er nicht sehr viel Ahnung. Anstatt vom Sport zu berichten, schreibt er dann in seinem Buch hauptsächlich darüber, dass das Hotel in Indianapolis weit außerhalb der Stadt lag und sein Co-Kommentator Probleme mit dem FBI hatte. Fehlt nur noch, dass er jeden einzelnen Rekord nennt, den der Superbowl jedes Jahr bricht. Man hätte doch zum Beispiel anführen können, dass auf kein Sportereignis soviel gewettet wird, wie auf den Superbowl. Die Quoten für den nächsten Superbowl könnt ihr auf der Seite http://www2.williamhill.com/at/sportwetten finden.

Zu seiner Art den Superbowl zu kommentieren, meint er dann auch:

“Und da muss man die Mischung finden, auf die Freaks im Zweifel verzichten.”

Freak ist man wahrscheinlich dann, wenn man die Regeln des Spiels kennt. Na danke. Trotzdem wollte er das Spiel ähnlich den Amerikanern kommentieren. In Deutschland hagelte es von den Freaks entsprechend deutliche Kritik. Nach dem Spiel schaute er sich daher die Aufzeichnung erneut an und verglich seine Kommentierung von wichtigen Spielszenen mit der Beschreibung aus der Zeitschrift USA Today, weil er den Verriss aus deutschen Football-Fachkreisen nicht nachvollziehen konnte. Auch danach glaubte er, nicht viel falsch gemacht zu haben. Alleine die Einschätzung, dass beim Football nur Szenen wichtig sind, die direkt zu Punkten führen, zeigt in seinem Buch das mangelnde Verständnis des Spiels. Football ist ein Sport bei dem es auch viel um Feldposition geht. Entsprechend kann ein Spielzug Auswirkungen haben, die sich erst viel später zeigen. Aber wir Freaks wissen das ja und den Rest interessiert das eh nicht, oder? Sein Urteil nach erneuter Manöverkritik war dann recht eindeutig:

“Also, so schlecht kann es nicht gewesen sein, was wir über den Äther rausgehauen hatten… Ich nahm mir vor, fürs nächste Jahr einiges zu ändern.”

Was er ändern will, wird leider im Buch nicht spezifiziert. Durch den Stromausfall im nächsten Jahr führten äußere Umstände zu einem sehr speziellen Superbowl. Entsprechend lobt Buschmann die Leistung des Teams von Sat1 und die Jungs haben für die Kommentierung eines Stromausfalls eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis 2013 eingeheimst. Die Kommentierung der sportlichen Leistung tratt in den Hintergrund und wird im Buch entsprechend vernachlässigt. Aber eigentlich gibt es nur eine Erklärung: Frank Buschmann war für den Stromausfall in New Orleans verantwortlich. Sat1 war super vorbereitet und nutzte die Gunst der Stunde “nichts” zu kommentieren. Mit dem Sport und den Regeln, die sowieso keiner kennt, musste man sich dann nicht mehr auseinandersetzen.

So wird es wahrscheinlich nicht gewesen sein und Buschmann wird weiter eine polarisierende Figur bleiben. Das Kapitel seines Buchs zum Superbowl ist leider schwach geraten, denn Buschmann verteidigt hier hauptsächlich die Leistung der Sat1 Crew anstatt wirklich interessante Anekdoten zu erzählen oder von der Begnung mit Sportlern zu berichten. Dabei haben wir ja Jungs in der NFL, die man an der Stelle mal erwähnen hätte können. Der Rest des Buchs ist im Gegensatz dazu mit mehr Spaß verbunden. Wer nun (doch recht unterhaltsame) Geschichten aus dem Leben eines Sportkommentators lesen will, der sollte mal einen Blick in das Buch werfen. Das Buch wird hier im Blog demnächst nochmal Thema sein, wenn ich euch eine weitere interessante Passage vorstellen werde, die sich mit Fußballbundesligaübertragungen beschäftigt.

Ein Gedanke zu „Frank Buschmann und der Super Bowl“

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