Leserbrief zu Artikel auf Spiegel Online „Autogramm Kia Soul: Kleine Kante“

Sehr geehrter Herr Grünweg,

da sind Sie nun mit dem „lässigen“ Kia Soul durch Kalifornien gedüst und haben darüber einen Artikel für Spiegel Online geschrieben. Ich habe ihren Artikel heute gelesen und war zuerst von diesem Wagen recht positiv überrascht. Im Nachgang habe ich nach weiteren Informationen gesucht und mich gewundert, warum diese in ihrem Artikel nicht auftauchen.

Da wäre zuerst der Verbrauch. Sie schreiben am Verbrauch „dürfte sich nicht viel ändern“.  Autobild hat in einem Dauertest ermittelt, dass ein Soul schon mal einen Durchschnittsverbrauch von 9,5l haben kann. Für die heutige Generation von Autos halte ich das für sehr viel. Ein ähnlich motorisierter Golf ist da bei weitem sparsamer und verbraucht deutlich weniger, wird aber trotzdem dafür deutlich kritisiert (siehe Welt-Beitrag). Der Kia Soul ist also eine Spritschleuder, wie lässig. Klar in Kalifornien mag das durch den niedrigeren Spritpreis in USA funktionieren, aber bei uns? Wenn ich einige Liter auf 100km sparen kann, ist das eine deutliche Kostenersparnis. Aber das interessiert wohl ihre Leser nicht. Na gut. Auch den CO2-Ausstoß des Kia Soul geben Sie nirgends an. Warum?  Autobild ermittelte im Dauertest für das alte Modell 162,8 g/km. Umweltfreundlich sieht anders aus.

Was bleibt nun nach dem Lesen? Der Eindruck bewusst kein vollständiges Bild vermittelt bekommen zu haben und Autogramme auf Spiegel Online nicht mehr lesen zu wollen. Man fragt sich schon, wie Kia ihnen den Trip nach Kalifornien versüßt hat, damit Sie so lässig über dieses Auto schreiben. Ja, der Look ist erfrischend. Aber das ist doch noch lange nicht alles, oder?

Über eine kritischere Berichterstattung in Zukunft freue ich mich!

Viele Grüße

Andreas Riedl

325 Jahre Lambertz – Was kann das Jubiläumspaket?

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen kälter und der Himmel scheint nur noch aus Grau-Tönen zu bestehen. Oft regnet es auch und bald wird es schneien. In diesen Zeiten macht man sich am besten eine Kanne Tee und isst einen leckeren Lebkuchen. Da hat es doch diese Woche sehr gut gepasst, dass bei mir das Lambertz-Jubiläumspaket angekommen ist und ich schon einige der Produkte aus der Kiste probieren konnte.

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Lambertz hat das Paket ins Sortiment aufgenommen, nachdem das Unternehmen in diesem Jahr sein 325jähriges Jubiläum feiert. Die Unternehmensgruppe Lambertz ist mit einem Jahresumsatz von über 550 Mio. EUR und ca. 3400 Mitarbeitern einer der Hidden Champions in Deutschland. Das Unternehmen ist ist unumstrittener Marktführer bei Herbst-/Weihnachtsgebäck und gehört darüber hinaus zu den wichtigen Herstellern von Ganzjahresgebäcken in Deutschland. Mir war dies nicht so bewusst, bis ich herausfand, dass das Unternehmen auch unter den Marken „Kinkartz“, „Haeberlein & Metzger“ und „Weiss“ seine Produkte vertreibt. Vor allem die „Weiss“-Lebkuchen begleiten mich quasi schon mein Leben lang.

Als wir uns dann bei den ersten Florentinern zu Lambertz ausgetauscht hatten, wurde mir sofort vom exklusiven Image der Lambertz-Gruppe berichtet. Der Inhaber der Unternehmensgruppe Dr. Hermann Bühlbecker veranstaltet regelmäßig Promi-Events und das Unternehmen veröffentlicht jährlich den Lambertz-Kalender, für dessen Fotos sich Models in Schokolade hüllen lassen.

Das Unternehmen unterhält weiterhin einen eigenen Youtube-Kanal, um Kunden und Interessenten zu informieren und unterhalten.

Nun ist für mich als Konsument ein exklusives Image einer Premiummarke nicht ausschlaggebend für meine Kaufentscheidung. Vor allem bei Lebensmitteln ist mir hohe Qualität und eine regionale Lieferkette besonders wichtig. Hierzu lassen sich auf der Internetseite der Lambertz-Gruppe allerdings auch einige Informationen finden. So werden wohl ausschließlich Eier aus Bodenhaltung verwendet und RSPO zertifiziertes Palmfett. Ein großer Teil des verwendeten Kakaos ist UTZ zertifiziert. In den Werken werden Projekte zur Energieeffizienz fortgeführt. Zu den anderen Zutaten habe ich leider keine weiteren Informationen über die Herkunft gefunden. Ich fand es auch schade, dass der Abschnitt zu Nachhaltigkeit in den Presseinformationen deutlich kürzer war, als der zu Social Responsibility. In dem Jubiläumspaket habe ich weiterhin keine Bio-Lebkuchen oder etwas ähnliches gefunden. Schade! Ich würde mich freuen, wenn die Lambertz Unternehmensgruppe an diesen Stellen mehr Informationen bereitstellen könnte. Bis dahin esse ich mich weiter durch die über 1,5kg Inhalt des Jubiläumspakets. Bis jetzt habe ich nämlich nichts gefunden, was nicht lecker gewesen wäre. Eine Unpacking-Fotostrecke der Produkte wollte ich euch in diesem Zusammenhang nicht vorenthalten:

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Wie man sich von Dingen trennt

Schon im Laufe eines kurzen Lebens wie dem meinem kann sich eine Menge Zeug ansammeln, wenn man eine Veranlagung zum Jäger und Sammler hat. So stapeln sich Vinyl-Platten, CDs, DVDs, BluRays und diverse Spiele neben Büchern und warten darauf angehört, genutzt oder gespielt zu werden. Dabei haben alle Dinge einen mehr oder weniger großen Platz in meinem Herzen und ich kann mich schwerlich trennen, auch wenn ich manche Gegenstände sogar über Jahre weder berührt noch genutzt habe.

Im Gegenzug dazu nutze ich viele Dinge fast nur noch digital. Musik landet mittlerweile als MP3 auf dem Handy und Videos schaue ich unterwegs auf einem Tablet. Es macht daher bei vielen Dingen keinen Sinn mehr, diese zweimal – digital und analog – vorzuhalten. Ich habe mich daher vor einiger Zeit dazu entschlossen, mich zumindest von einem Teil meiner analogen Güter zu trennen. Nachdem ich schon länger nichts mehr auf einem Flohmarkt verkauft habe und mir die Sachen zu schade zum wegwerfen sind, stellte sich die Frage wie man am Besten vorgeht.

In vielen Fällen nutze ich immer noch Ebay, um Sachen zu verkaufen. Aber Ebay in Verbindung mit anfallenden PayPal-Gebühren bei der Zahlungsabwicklung führt dazu, dass sich das Ganze kaum mehr lohnt. Nachdem ich mir auch trotzdem wieder neue Bücher, Spiele und Musik zulege, habe ich die Plattform Tauschticket für mich entdeckt. Dort kann man eigene Gegenstände gegen virtuelle Tickets tauschen, wenn ein anderer Nutzer diese haben will und diese virtuellen Tickets selbst wieder für den Erwerb von angebotenen Dingen einsetzen. Dies funktioniert hier auch für Spiele oder Filme, die über keine Altersfreigabe verfügen. Bei Ebay können diese von Privatanbietern nicht verkauft werden. Wer nun Interesse daran hat, kann ja einfach mal selbst reinschauen:


Tauschbörse für Bücher, DVDs, Musik, Spiele u.v.m.
Wenn man nun viele Dinge anbietet oder verkaufen will, sieht man sich bald erhöhtem Bedarf an Verpackungs- und Büromaterialen ausgesetzt. Ich sammle hier immer die Verpackungen, in denen ich selbst Dinge zugeschickt bekomme, aber manchmal kommt man nicht drumherum, Umschläge und Pakte zuzukaufen.

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Es ist zudem lästig, während den Öffnungszeiten zur Post zu kommen, um Briefmarken für Büchersendungen oder Brief- und Päckchensendungen zu kaufen. Aber auch hierfür gibt es eine Lösung in Form des Onlineshops der Post. Diesen könnt ihr hier finden. Geschäftskunden genießen hier weitere Vorteile, aber auch für Privatnutzer ist der Shop durchaus interessant. Man kann hier wie schon erwähnt neben Umschlägen und Paketen direkt auch die Briefmarken dazu bestellen.

Wie ergeht es euch. Sammelt ihr auch viele Dinge und wollt davon wieder etwas loswerden? Wenn ja, wie macht ihr das? Nutzt ihr Apps dazu, wie z.B. Stuffle? Ich glaube man kann in diesem Bereich nur voneinander lernen und würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen durch Kommentare oder Emails teilen würdet.

Geht es uns noch ganz gut?

Replik zu „Es geht uns gut!“ von Katrin Albsteiger bei Spiegel Online am 24.Mai 2013

Der Text von Katrin Albsteiger ist eine Replik auf die Ausführungen „Meine Generation hat keine Lobby“ der Piratin Katharina Nocun bei Zeit Online. Ich warne gleich zu Anfang: Mein Text hat etwas Zeit gebraucht und ich hatte gehofft, die Wut verraucht zwischenzeitlich. Ist nicht passiert und ich werde euch kurz zusammenfassen, warum Katrin Albsteiger ihren Text a) missverständlich formuliert hat oder b) ihre eigene Bedeutung maßlos überschätzt. Katrin Albsteiger ist die Vorsitzende der Jungen Union in Bayern und in dieser Funktion sollte man erwarten, dass ihre Texte unmissverständlich formuliert sind. Es ist daher wahrscheinlicher, dass b) zutrifft.

Katrin Albsteiger ernennt sich in ihrer Replik selbst zur Vertreterin der jungen bürgerlichen Generation dieses  Landes. Aus welchem Grund? Sie  schränkt diese Aussage auch nicht ein. So weiß sie genau, was die „bürgerliche Jugend“ will und beschließt den Text damit, zu benennen, was ,,ihre“ Generation nicht will. Hier die Originalpassagen aus dem Text:

Als Vertreterin der bürgerlichen Jugend setze ich hier aber lieber auf flexiblere Arbeitsmodelle, zum Beispiel eine freiwillige Spätrente, eine Entlastung der Eltern bei der Rentenversicherung und eine Stärkung der privaten Säule der Rentenversicherung, die nicht mit der Grundsicherung verrechnet werden darf.

Im Gegensatz zu den Piraten will die bürgerliche Jugend dies gemeinsam mit der älteren Generation schaffen und nicht gegen sie.

Staatliche Gängelung, Umverteilung oder Schulden will meine Generation nicht.

Ich mache hiermit deutlich: Katrin Albsteiger vertritt mich und meine Generation nicht. Wir haben sie nicht gewählt. Meiner Kenntnis nach gibt es auch keine gewählte Vertretung der jungen bürgerlichen Generation (auch wenn man auf diesen Gedanken als Vorsitzende der Jungen Union Bayern wohl kommt). Katrin Albsteiger ist im Moment auch keine Volksvertreterin (und auch dann sollte sie sich Mühe geben, im Interesse des gesamten Volkes – und nicht einer Generation – zu handeln).

Ich will gar nicht darauf eingehen, wie ich zu den Thesen von Katrin Albsteiger oder Katharina Nocun stehe. Aber was mich wirklich maßos ärgert, ist der absolute Vertretungsanspruch, den Albsteiger in ihrem Gastbeitrag einnimmt. Auch wenn ich Mitglied einer bürgerlichen Partei wäre und ein Vorstandsamt inne hätte, würde ich mir das Recht, für eine Generation zu sprechen, nicht anmaßen. Was ich an unserem Land schätze, ist Meinungspluralität. Das bedeutet, dass es in einer Gesellschaft durchaus mehrere Ansätze gibt, ein- und dasselbe Problem zu lösen. Auf dem Verhandlungsweg und durch Diskussion kommt man dann zu einer praktikablen Lösung, die von einer Mehrheit getragen wird. Aus dem Gastbeitrag von Katrin Albsteiger scheint mir hervorzugehen, dass sie – entweder bewusst oder unbewusst – nicht erkennt, dass es auch andere Meinungen innerhalb ihrer Generation gibt. Es gibt nicht die Meinung der bürgerlichen Jugend. An dieser Stelle kann ich nur dazu aufrufen Katrin Albsteiger zu konfrontieren, wenn jemand ihre Meinung nicht teilen sollte und ihrer Generation angehört. Vielleicht ist das nötig, damit sie versteht, dass es nicht die „eine“ Meinung gibt und v.a. das sie nicht die Meinung „der“ bürgerlichen Jugend zu vertreten hat.

Zum Schluß will ich doch an einer einzigen Stelle auf die Texte der beiden Frauen eingehen und zeigen, wie Albsteiger sich ihre Welt so zurecht rückt, wie sie das will. Nocun schreibt, dass viele junge Menschen von der Ignoranz der Politik frustriert sind. Damit hat sie Recht, denn die Meinungsherrschaft der Katrin Albsteiger und vieler anderer Politiker ist mir zuwider. Albsteiger sieht das allerdings anders und widerspricht, denn sie sieht junge Menschen, die gestalten, ihres eigenen Glückes Schmied sein und ihren individuellen Weg gehen wollen. Auch das stimmt. Aber auf Hilfe von der Politik zu hoffen, liegt mir und vielen anderen dabei sehr fern. Und warum? Den Link zum Text von Katrin Albsteiger kann man zu Beginn des Texts finden und wer danach noch Lust hat selbst Politik zu machen, dem ist wohl auch nicht mehr zu helfen.

Starbucks reloaded

Offener Leserbrief an den Münchner Merkur und Autor Martin Prem

Sehr geehrter Herr Prem,

mit Interesse habe ich Ihren Artikel „Starbucks: Die Steuertricks des Kaffee-Giganten“ gelesen. Ich arbeite seit einigen Jahren in einem Steuerberatungsunternehmen im Bereich der Verrechnungspreise. Bei der Durchsicht des Artikels haben sich einige Fragen und Anregungen ergeben, und ich würde mich über deren Beantwortung freuen.

  • In ihrem Artikel schreiben Sie, dass Lizenzzahlungen, die im Ausland erwirtschaftet wurden, in den Niederlanden nicht versteuert werden müssen. Basierend auf welcher gesetzlichen Regelung in den Niederlanden sollte dies möglich sein? Mir ist ein solches Gesetz, welches eine vollkommene Steuerfreiheit vorsieht, nicht bekannt.
  • Weiterhin schreiben Sie im ersten Abschnitt ihres Artikels, dass alles ganz legal sei. Im letzten Abschnitt weißen Sie dann darauf hin, dass die Geltendmachung der überhöhten Lizenzgebühren internationalem Steuerrecht widerspreche. Was nun? Die Regeln, die betreffend Verrechnungspreisen eingehalten werden müssen, sind kompliziert und ich bin auf ihre detaillierte Einschätzung bzgl. der Legalität der angesprochenen Transaktionen gespannt.
  • Ich würde mich freuen, wenn Sie konkret ausführen könnten, warum Irland und Zypern sich als Verschiebungsplattform anbieten. Einige meiner Mandanten würde sich über ihre Erkenntnisse freuen.
  • Sie behaupten weiterhin die Modelle seien weit verbreitet. Welche Unternehmen nutzen das Modell dann noch?
  • Woher stammen ihre Berechnungen der 8-9 Millionen EUR, die europäischen Ländern entgehen? Weiterhin ist mir nach der Lektüre nicht bewusst, wie das Modell funktioniert und Europa Steuern vorenthält, wo doch die Transaktionen mit den Niederlanden und der Schweiz sind. (Die Schweiz ist wohl ein europäisches Land, auch wenn es kein Mitglied der EU ist).

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir den Fall näher erläutern würden. Weiterhin würde ich mich freuen, wenn Sie mir mitteilen könnten, ob das bayrische Finanzministerium bestätigt hat, dass Sie diesen Fall wirklich schleifen haben lassen und bei Starbucks keine Betriebsprüfungen stattgefunden haben. Die Behauptung von Eike Hallitzky wurde doch mit Sicherheit überprüft.

Viele Grüße

Andreas Riedl