Albumreview: AC/DC – Rock or Bust

Gleich zu Beginn: Wer AC/DC nicht mag, braucht jetzt nicht weiterlesen.

Sechs Jahre mussten wir warten. Mit „wir“ meine ich alle AC/DC-Fans. Vor sechs Jahren ist Black Ice erschienen und erst jetzt kam das nächste Album der Band um Angus Young mit dem Titel Rock Or Bust auf den Markt. Bei mir ist AC/DC in jeder Pregame Playlist vertreten und es ist genau die Musik, die ich kurz vor dem Wettkampf hören will. Es pusht, aber auch nicht zu viel. Also gerade richtig für mich, um auf 100% zuzusteuern. Es groovt und rockt und das habe ich auch dieses Mal wieder erwartet.

Und schon der erste Song (der Titelsong) enttäuscht in dieser Hinsicht überhaupt nicht. „Rock or Bust“ klingt wie ein AC/DC-Song, rockt wie ein AC/DC-Song und ist definitiv kein Bust. Um es genauer zu beschreiben: „Rock or Bust“ klingt wie eine Mischung aus unterschiedlichen AC/DC-Songs, geht deswegen gut ins Ohr und hält sich dort vehement.

AC/DC sind und bleiben AC/DC und das ist die beste Nachricht nach dem ersten Titel. „Play Ball“ ist dann der zweite Track und hat ein paar Gitarrenriffs von Angus parat, die über den vielleicht doch etwas sehr simplen Songaufbau hinweghelfen. Insgesamt geht auch der Titel wieder gut ins Ohr und lässt einen stark mitwippen.

„Rock the Blues away“ ist dann der Titel bei dem die Autofenster runtergekurbelt werden, um lautstark mitzusingen und die eigene schlechte Laune zu vetreiben. Spätestens in der zweiten Strophe kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern, welche Laune ich zu Beginn des Songs hatte. „Miss Adventure“ , eines der wenigen Stücke, welches mir weniger gut gefällt, lässt einen kurz verschnaufen. Ich mag die langgezogenen Teile des Refrains einfach nicht. Geschmackssache, aber nicht so meins, auch wenn die „La, la, la, la“s eigentlich unschlagbar sind. Bei „Dogs of War“ ist das Intro ganz groß. Ein tolles Einheizerstück. Man muss textlich Kugeln ausweichen und seinen Mann stehen. Ganz großes Kino und genau das, was ich von AC/DC erwarte. Auch „Got some Rock & Roll Thunder“ ist ein eingängies AC/DC-Stück im besten Sinne. Rein ins Ohr, der Kopf fängt an mitzuwippen und man fängt an mitzugehen. Gut so und weiter geht’s. „Hard Times“ ist  eine etwas schläfrigere Nummer zwischendurch. Irgendwie nicht ganz so feurig und rockig. Eher Bust. Aber viele Durchhänger waren es bisher nicht und so verzeiht man diesen schnell.  „Baptism by Fire“ packt ein tolles Riff aus, welches extrem ansteckend wirkt, gerade wenn man denkt, die Platte fängt an abzurutschen. Sehr tanzbar und ganz viel Spaß und schon ist man wieder auf den Beinen. „Rock the House“ will dieses Level dann mit viel Gewalt halten. Es gelingt gut, vor allem, weil der Rhythmus sitzt. „Sweet Candy“ macht genauso weiter. Wer es noch nicht gemerkt, ich mag dieses neue AC/DC-Album. Es ist absolut authentisch. Keine Angst vor Riffs, dem typischen Sound und das auch ohne Malcom Young an der Rhythmusgitarre. „Emission Control“ macht dann den Deckel drauf. Ist jetzt nicht der beste Song, aber ich werde es verschmerzen. Zu viel Spaß hat der Rest gemacht, als dass ich diesen etwas monotonen Rhythmus nicht verzeihen könnte. Klar, die Platte ist keine zweite „Back in Black“ aber sie ist gut und macht Spaß. Der Titelsong ist ein absolutes Brett und auch manch anderer Song weiß zu überzeugen. Ganz ehrlich, so eine gute Platte hätte ich nicht erwartet und jeder der AC/DC gut findet, wird hier nicht enttäuscht. Repeat!

ACDC im Olympiastadion München

Am 15.05. war ein Tag wie Weihnachten und Ostern zusammen. Nach einer anstrengenden Woche in München habe ich mich selbst mit Karten für das Konzert von ACDC im Olympiastadion belohnt. Und alle Aussagen stimmen vollkommen: ACDC sollte man mindestens einmal im Leben live gesehen haben. Ich hoffe sie kommen bald wieder auf Tour. In München beeindruckten sie mit einer spektakulären Show die keine Wünsche offenließ. Dabei viel es gar nicht auf, dass es nach einer Stunde anfing zu regnen. Die Menge tobte spätestens als Angus Young ein 20minütiges Gitarrensolo hinlegte. Neben vielen Klassikern wurden zumindest ein paar Stücke vom neuen Album gespielt. Die Setlist war wie folgt:

01. Rock’n Roll Train
02. Hell Ain’t a Bad Place to Be
03. Back in Black
04. Big Jack
05. Dirty Deeds Done Dirt Cheap
06. Shot Down in Flames
07. Thunderstruck
08. Black Ice
09. The Jack
10. Hells Bells
11. Shoot to Thrill
12. War Machine
13. Dog Eat Dog klick
14. Anything Goes
15. You Shook Me All Night Long
16. TNT
17. Whole Lotta Rosie
18. Let There Be Rock
19. Highway to Hell
20. For Those About to Rock

Ich hätte mir noch „Rock & Roll ain’t noise pollution“ gewünscht, aber irgendeinen Grund muss es ja geben sich bei der nächsten Tour unbedingt wieder um Tickets zu bemühen. 😉
Auch wenn ich den Artikel erst 2 Wochen nach dem Konzert schreibe ist die gute Stimmung seit dem immer noch nicht vergangen. Wem das genauso geht, kann sich ja das Metal Hammer Special am Kiosk holen oder die DVD des letzten Münchner Konzerts im Olympiastadion vor ein paar Jahren. Ist zwar kein gleichwertiger Ersatz, aber besser als nichts. Eine Konzertreview findet ihr übrigens z.B. hier.