Mehr als genug Gründe, den FC Augsburg zu lieben

Der Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag gibt seit einiger Zeit eine Bücherreihe heraus, die  je Verein 111 Gründe liefert, warum man diesen Verein lieben kann. Ein entsprechendes Werk mit dem Titel 111 Gründe, den FC Augsburg zu lieben – Eine Liebeserklärung an den großartigsten Fußballverein der Welt gibt es auch über den FC Augsburg. Nachdem bis jetzt nicht besonders viele Bücher über den FC Augsburg erschienen sind – was sich durch das Abenteuer Europa vielleicht ändern wird – war klar, dass das Buch Pflichtlektüre für mich wird.

Vorbereitung für heute abgeschlossen. Nette Anekdoten. #FCA #111Gründe

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Der Titel hat bei mir auf Anhieb allerdings keine große Vorfreude ausgelöst. Ich finde, der Titel klingt zu sehr nach einer platten Sammlung von lieblosen Fakten. Aber schon als ich gesehen habe, wer bei dem Buch mitgewirkt hat, stieg die Vorfreude deutlich. Markus Krapf ist wohl einer der bekanntesten Augsburger Wirte und war bis zur zweiten Liga Geschäftsführer beim FC Augsburg. Fantreffen mit der Vereinsführung finden immer noch in seinen Lokalitäten statt. Walter Sianos gestaltet seit vielen Jahren den Stadionkurier, die Stadionzeitschrift des FC Augsburg. Zusammen mit Andreas Schäfer, Tilmann Horch und Florian Eisele hat sich eine Autorengruppe gefunden, die viele Jahre den FCA sehr eng begleitet hat.

Das Buch ist dann eben nicht wie befürchtet eine platte Zusammenstellung von lieblosen Fakten. Fakten und historische Details kommen zwar nicht zu kurz, werden aber umrahmt von vielen Anekdoten aus Bayernligazeiten und einer Einordnung der Wahnsinnsleistungen der ersten Liga. So schafft das Buch den Bogen vom Augsburger Weltmeister bis zu Andre Hahn und vergisst dabei natürlich weder die Augsburger Legende Helmut Haller noch einen aktuellen Helden wie Sascha Mölders. Dazu gibt es eine interessante Prise von Internas aus dem Verein und eine gesunde Einordnung der jetzigen Hochphase. Insgesamt wird daraus eine kurzweilige Lektüre, die einem unseren Lieblingsverein noch näher bringt. Auch für Leute, die den FC Augsburg noch nicht so gut kennen wird das Buch so zur spannenden Lektüre. Es steht zu vermuten, dass das Buch mittlerweile in alle wesentlichen europäischen Sprachen übersetzt wird. Wie soll es sich sonst ändern, dass den FC Augsburg in Europa keine Sau kennt. Gerüchte besagen, dass Paul Verhaegh die Übersetzung ins niederländische im Moment selbst vornimmt und vielleicht auch ein weiteres Kapitel für eine Neuauflage verfasst. Vor dem Titel lässt sich ja recht einfach einfügen „Mehr als….“, denn der FC Augsburg wird anscheinend nicht müde immer weitere Gründe anzuführen. Ob die Autoren weiter ihre Erlebnisse dokumentieren? Es bleibt zu hoffen, dass auch ihre Verträge verlängert wurden.

Was man als Augsburger über die Europa League 2015/16 wissen muss

Am Samstag hat unser FC Augsburg in der fulminanten Partie gegen Borussia Mönchengladbach durch eine starke Leistung noch den Sprung auf Platz 5 geschafft und sich damit direkt für die Europa League Gruppenphase in der kommenden Saison qualifiziert. Wer vor der Saison auf Platz 5 gewettet hätte, könnte wohl vom Wettgewinn durch Europa reisen (mehr zu Sportwetten mit Strategie).

Ein Traum wird war und wir Augsburger dürfen unserem Verein durch Europa folgen und die Mannschaft auch in den großen Stadien oder der Provinz unterstützen. Nach den heutigen Feierlichkeiten auf dem Rathausplatz wollte ich nun wissen, was das für die nächste Saison konkret bedeutet. Ich gebe zu: ich konnte vor lauter Vorfreude nicht still sitzen. Zu einigen Fragen habe ich die Antworten gesucht und hoffe, dass ich dem einen oder anderen damit weiterhelfen kann. Über weitere interessante Fragen oder Details freue ich mich in den Kommentaren.

Welche Termine muss ich mir reservieren?

In der Gruppenphase bestreitet der FC Augsburg je ein Hin- und Rückspiel gegen drei Gegner. Insgesamt kommen wir so auf sechs Partien in 2015. Die Termine für die Partien stehen fest und können dem Rahmenterminkalender der DFL entnommen werden.

  • 17. September 2015
  • 1. Oktober 2015
  • 22. Oktober 2015
  • 5. November 2015
  • 26. November 2015
  • 10. Dezember 2015

Wann stehen die konkreten Partien fest?

Nachdem der FCA alle Qualifikationsrunden vor der Gruppenphase überspringt, müssen wir nun erst abwarten, welche weiteren Teams sich in den Qualifikationsrunden durchsetzen bzw. in der Champions League Qualifikation ausscheiden werden. Die Auslosung zur Europa League Gruppenphase erfolgt dann am 28.08.2015 in Monaco.

Nach welchen Prinzipien erfolgt die Auslosung?

Es werden 12 Gruppen à 4 Teams ausgelost, was zu insgesamt 48 teilnehmenden Mannschaften führt. Vor der Auslosung werden die Teams an Hand ihrer UEFA-Koeffizienten in vier Lostöpfe einsortiert. Dann wird jeder Gruppe ein Teilnehmer aus jedem Lostopf zugelost. Mannschaften aus dem gleichen Nationalverband können in der Gruppenphase nicht gegeneinander spielen.

Der FC Augsburg hat für die nächste Saison einen UEFA-Koeffizienten von 15,833, da man auch ohne vorherige Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb 20% des Koeffizienten seines Landes für sich verbuchen darf (Deutschland verfügt über 79,415 Punkte für 2015/16). Damit werden wir sicher nicht im ersten Lostopf landen, die Platzierung innerhalb der anderen Töpfe hängt allerdings von den endgültigen Teilnehmern der Gruppenphase ab. Wie schwer unser Programm wird, wird sich somit erst in den nächsten Monaten ergeben.

Welche möglichen Gegner in der Gruppenphase stehen schon fest?

Bisher sind folgende Teilnehmer an der Gruppenphase – außer dem FCA – bekannt: Tottenham Hotspur (England), Sporting Braga (Portugal), RSC Anderlecht (Belgien), Beşiktaş Istanbul (Türkei), Lokomotive Moskau (Russland), FC Groningen (Niederlande)

Die weiteren Teams ergeben sich nach Abschluss der nationalen Pokalwettbewerbe bzw. der jeweiligen Qualifikationsrunden.  Insgesamt nehmen alleine 104 Mannschaften an der ersten Qualifikationsrunde der Europa League teil. Wir müssen geduldig bleiben und die Vorfreude kann langsam weiter wachsen. Ich würde auch schon am liebsten heute die Flüge zu den Auswärtsspielen buchen, aber dafür ist es noch zu früh. Vielleicht schon mal nach Hotels in London in der Nähe der White Hart Lane schauen?

FC Augsburg 2014/15: Was bleibt zu tun?

Der FC Augsburg steht nach 27 Spieltagen auf Platz 6 der Tabelle und ist mittendrin im Rennen um die Europa League Plätze. Während sich andere Vereine im DFB-Pokal vergnügen, haben wir uns in dieser Saison nur auf einen Wettbewerb konzentriert. 39 Punkte stehen auf der Habenseite und beim 0:0 gegen Schalke 04 haben unsere Jungs ein weiteres Mal einen der großen Vereine der Liga geärgert. Für mich war das neben dem Klassenerhalt eines der großen Ziele für diese Saison. Für die Schalker stand die Champions League Qualifikation auf dem Spiel und nach dem Unentschieden gegen uns ist der Zug wohl abgefahren. Zumindest nach vorne hat sich das Tabellenbild in den letzten Wochen etwas sortiert. Der FC Augsburg reagierte auf die erfolgreiche Entwicklung in diesem Jahr  und verlängerte die Verträge mit Markus Weinzierl und Stefan Reuter bis 2019 bzw. 2020. Zu diesem Zeitpunkt der Saison stellt sich nun die Frage: Was bleibt in den nächsten sieben Spieltagen zu tun?

Auf den ersten Blick scheint die Qualifikation für die Europa League einfach zu verlockend. Diese steht für mich trotzdem nicht im Mittelpunkt. Nachdem die Klasse gesichert ist, werden in der jetzigen Saisonphase die Weichen für die nächste Saison gestellt und der Kader genau analysiert. An welchen Stellen müssen wir nachbessern? Wo besteht Handlungsbedarf? Die nächsten Spiele werden auch zeigen, auf welche Spieler wir in der neuen Saison bauen können und wo sich die Wege eventuell trennen sollten. Die Kaderplanung hat für mich Vorrang vor der Europa League Qualifikation. Ich will sehen, ob manche Spieler uns wirklich weiterhelfen können. Im Zweifel werden wir hierdurch ein paar Spiele verlieren. Der Klassenerhalt im nächsten Jahr ist mir aber wichtiger als europäisch zu spielen. Wenn alles gut läuft, werden die Spieler ihre Chance nutzen und es reicht gerade deswegen für Europa. Im negativen Fall reicht es auch so nicht und wir gewinnen wichtige Erkenntnisse für die Kaderplanung und damit für den Klassenerhalt in der nächsten Saison. In jedem Fall ist die Zeit reif, dass wir uns anschauen, welches Potential in so manchem Spieler schlummert. Wen meine ich damit? Seid auf Überraschungen gefasst:

Marwin Hitz

Marwin Hitz ist unser Stammtorhüter in dieser Saison, auch wenn er verletzungsbedingt von Alex Manninger für einige Spiele vertreten wurde. Von den Stammtorhütern in der Bundesliga hat er im Moment in dieser Saison den zweitschlechtesten Notenschnitt bei kicker. Ist er dauerhaft gut genug für die erste Bundesliga? Kann er auch mal einen Unhaltbaren halten? Wir würden uns das jetzt nicht fragen, wenn sein Vertrag nicht 2016 auslaufen würde. So können wir allerdings nur noch im Sommer eine Ablöse erzielen. Nachdem wir es uns in Augsburg nicht erlauben können, Spieler ablösefrei ziehen zu lassen (siehe die Transfers von Vogt und Ostrzolek im letzten Sommer), müssen wir Hitz nun entweder im Sommer verkaufen oder seinen Vertrag längerfristig ausdehnen und damit finanzielle Mittel an ihn binden. Sind wir bereit zu einer Vertragsverlängerung oder gibt es ein größeres Torwarttalent auf dem Markt? Ich hoffe Marwin zeigt uns in den nächsten Spielen, das er in diese Liga gehört und verlängert dann für 3 Jahre.

Jeong-Ho Hong

Callsen-Bracker und Klavan sind normalerweise in der Innenverteidigung bei uns gesetzt. Klavan hat für mich internationales Format und ist eine Säule unserer Mannschaft. Ich gebe zu, dass ich großer Fan des Esten bin. Das Duo funktioniert normalerweise sehr gut zusammen. Nun hat sich Callsen-Bracker verletzt und ist auch insgesamt nicht mehr der Jüngste. Hong hat schon des öfteren sein Potential aufblitzen lassen und ist erst 25 Jahre alt. Nun bekommt er wohl bis zum Saisonende die Chance, die Weichen für einen Stammplatz in der neuen Saison zu stellen. Sollte er nicht überzeugen, müssen wir uns wohl im Sommer nach einem jungen, talentierten Innenverteidiger umsehen, da auch Janker schon über 30 Jahre alt ist und damit keine zukunftsfähige Lösung darstellt. Ob wir defensiv weiter stabil stehen, wird im Saisonabschluss entscheidend sein.

Shawn Parker

Parker kam im Sommer von Mainz 05 und ich habe ihn als potentiellen Ersatz für Hahn und damit auf der rechten Außenbahn gesehen. Mit seiner Schnelligkeit und seinem Zug zum Tor sollte er auf der offensiven Außenbahn in unserem System auch gut aufgehoben sein. Die Hinrunde verpasste er fast komplett durch eine Verletzung am Knie, aber auch seit der Winterpause kam er nur zu vier Kurzeinsätzen. Ist er eine Alternative für die rechte Außenbahn? Selbst sieht er sich wohl als Stürmer, kommt aber an Ji, Caiuby, Bobadilla und Matavz nicht vorbei. Ist er überhaupt bereit und motiviert nicht nur im Zentrum zu spielen? Hat er die Klasse für die erste Liga? Wir sollten es in dieser Phase ausprobieren. Wenn es nicht reicht, können wir ihn zur neuen Saison immer noch verleihen, damit er in der Ferne den nächsten Schritt macht. Dann müssen wir aber selbst auf dem Transfermarkt nochmal aktiv werden, um nach einer anderen Alternative für die offensive Außenbahn zu suchen.

Tim Matavz

Schon in der letzten Saison hatten wir große Probleme, dass unsere Stürmer kaum Tore geschossen haben. Das hält nun leider in dieser Saison an. Die Bilanz ist bisher sogar noch erschreckender. Wir haben insgesamt in letzter Zeit große Probleme das Tor zu treffen. Nun war Tim Matavz der teuerste Transfer des letzten Sommers und lange verletzt. Jetzt wenn er wieder fit ist, soll er uns doch bitte zeigen, was er im Abschluss so kann und warum wir ihn geholt haben. Wenn wir ihn als Missverständnis verabschieden wird er wie Milik irgendwo anders treffen. Bitte Tim, schieß uns in die Europa League! Ich will nicht im Sommer schon wieder auf Stümersuche gehen müssen, wo deine Highlightvideos doch deutliche Knipserqualitäten zeigen. Alternativ kann an dieser Stelle auch Sascha Mölders nach seiner Verletzungan zu seiner Form zurückfinden. Dann sind bei ihm die Wechselgerüchte für die Sommerpause schnell gestorben.

10 Spiele bis Europa – Geht unser Traum in Erfüllung?

Seit dem letztem Wochenende dürfen wir Augsburger endlich auch offiziell von Europa träumen. Gut, wir machen das nun alle schon etwas länger, auch wenn wir es nicht gedurft haben. Aber der Klassenerhalt ist wohl endgültig geschafft und jetzt haben wir wirklich keine andere Sorge mehr bis zum Ende der Saison, als von Barcelona und Madrid zu träumen. Es wird Zeit einen Blick auf unser Restprogramm zu werfen um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie machbar unser Traum denn ist. Folgenden Gegnern müssen wir uns auf dem Weg in den Europapokal noch stellen:

Mainz 05 (H), SC Freiburg (A), Schalke 04 (H), Paderborn (A), VfB Stuttgart (H), HSV (A), Köln (H), Bayern München (A), Hannover 96 (H), Borussia Mönchengladbach (A)

Arg schlimm sieht es nicht mehr aus, da wir Dortmund, Hoffenheim, Leverkusen und Wolfsburg im Laufe der Rückrunde schon vor der Flinte hatten und aus diesen vier Partien 10 Punkte holen konnten. Trotzdem zeigt das Auswärtsspiel in Berlin, wie schnell man gegen einen Abstiegskandidaten verlieren kann. Wenn wir aus den verbleibenden Partien 17 Punkte holen würden, wäre das aus meiner Sicht ein sehr respektables Ergebnis. Aber reicht das auch? Und für was? Champions League, Europa League, die Welt steht uns offen. Sollten wir vielleicht auch kurz einen Blick auf die Konkurrenz werfen?

Platz Mannschaft Punkte
3 Bor. Mönchengladbach 41
4 Bayer 04 Leverkusen 39
5 FC Schalke 04 38
6 FC Augsburg 38
7 TSG Hoffenheim 33
8 Werder Bremen 33
9 Eintracht Frankfurt 31
10 Borussia Dortmund 29

Wenn wir für heute mal  den Blick nur nach unten richten, so wird klar, dass Hoffenheim, Bremen, Frankfurt oder Dortmund ordentlich aufholen müssen, um uns von Platz 6 zu verdrängen. Weiter nach unten brauchen wir nun wirklich nicht mehr zu schauen. Schlimmer als Platz 10 wird es diese Saison nicht mehr. (Anmerkung des Autors: Als Augsburger diesen Satz zu schreiben, ist weiterhin surreal). Dann wollen wir uns doch mal das Restprogramm der Konkurrenz anschauen:

Restprogramm Hoffenheim:

HSV (H), Paderborn (A), Borussia Mönchengladbach (H), Köln (A), Bayern München (H), Hannover 96 (A), BVB (H), Eintracht Frankfurt (A), Bayer 04 Leverkusen (A), Hertha BSC (H)

Das Restprogramm von Hoffenheim sieht da schon deutlich anspruchsvoller aus als unser eigenes. Mit Gladbach, Bayern, dem BVB und Leverkusen stehen noch vier internationale Teilnehmer aus diesem Jahr auf dem Plan. Das Spiel gegen Eintracht Frankfurt ist eine Partie auf Augenhöhe. Da kann ich mir schwer vorstellen, dass Hoffenheim die fünf Punkte noch aufholt, wenn wir weiterhin unsere Leistung abliefern.

Restprogramm Werder Bremen:

Bayern München (H), Köln (A), Mainz 05 (H), VfB Stuttgart (A), HSV (H), Paderborn (A), Eintracht Frankfurt (H), Hannover 96 (A), Borussia Mönchengladbach (H), BVB (A)

Das Restprogramm der Bremer ist ähnlich dem unseren. Anstatt gegen Schalke 04 müssen sie noch gegen den BVB ran, aber ansonsten nimmt sich das nicht viel. Da die Bremer aber seit dem Trainerwechsel deutlich besser spielen, als ihr Tabellenplatz das andeutet, könnte es gegenüber dem SV Werder nochmal eng werden. Das zeigt, dass wir uns nicht auf dem Vorsprung ausruhen dürfen, sondern wirklich nochmal alles geben müssen, damit der Traum Europa League in Erfüllung geht.

Restprogramm Eintracht Frankfurt:

Paderborn (H), VfB Stuttgart (A), Hannover 96 (H), Bayern München (A), Borussia Mönchengladbach (H), BVB (A), Werder Bremen (A), Hoffenheim (H), Hertha BSC (A), Bayer 04 Leverkusen (H)

Eintracht Frankfurt hat auch ein richtig schweres Restprogramm. Die nächsten drei Partien sehen zwar recht leicht aus, aber danach folgen mit Bayern, Gladbach, dem BVB, Bremen und Leverkusen fünf richtig schwere Begegnungen. Bei einem Abstand von sieben Punkten würde ich mich wetten trauen, dass der FCA am Saisonende vor Eintracht Frankfurt landet.

Restprogramm Borussia Dortmund:

Köln (H), Hannover (A), Bayern (H), Mönchengladbach (A), Paderborn (H), Eintracht Frankfurt (H), Hoffenheim (A), Hertha BSC (H), Wolfsburg (A), Bremen (H)

Bei Dortmund muss nun wirklich fast alles klappen, damit noch eine internationale Chance besteht. Neun Punkte Abstand zu den internationalen Plätzen sind zu diesem Zeitpunkt der Saison viel. Zudem spielen die Dortmunder sowohl im DFB-Pokal als auch in der Champions League noch mit. Dafür hat der BVB mit 6 Heimspielen bei nur 4 Auswärtsspielen einen kleinen Vorteil gegenüber den anderen Teams. Mit Wolfsburg und Bayern stehen trotzdem zwei Spitzenspiele auf dem Plan und auch Gladbach und Bremen sind keine Gegner, die man mal im Vorbeigehen schlägt. Ich glaube daher nicht, dass uns die Dortmunder noch einholen.

Joker: Platz 7

Als Sieger des DFB-Pokals ist man natürlich auch für die Europa League qualifiziert. Diese Möglichkeit gibt es für uns Augsburger nach dem blamablen Ausscheiden gegen Magdeburg in der ersten Runde schon nicht mehr. Allerdinsg könnte Platz 7 in der Bundesliga reichen, wenn der Gewinner des DFB-Pokals schon über die Bundesliga international qualifiziert wäre. Entsprechend müssen Dortmund, Hoffenheim, Freiburg und Bielefeld noch aus dem DFB-Pokal ausscheiden, damit für uns Augsburger auch Platz 7 langt. Darauf spekulieren sollten wir aber nicht.

Fazit

Wir Augsburger können konstatieren: Es wird eine enge Kiste. Ein Grinsen schleicht sich dabei ganz automatisch auf meine Lippen, denn es geht nicht um den Klassenerhalt. Der Traum von der Europa League ist keine Spinnerei sondern im Bereich des Möglichen. Aber wie kommen wir nun dahin? 10 Spiele müssen wir kämpfen, als ob es um den Klassenerhalt ginge. Voller Einsatz und mit den Gedanken nur beim nächsten Spiel. Sobald wir glauben, dass unser Vorsprung reicht, werden wir noch eingeholt. Der Bremer Atem (unangenehm nach Fischbrötchen mit Zwiebeln) wird uns wohl bis zum letzten Spieltag begleiten. Morgen also wieder Vollgas gegen Mainz 05 zu Hause im Lechfeldstadion. Danach sind es dann noch neun Spiele auf dem Weg nach Europa. Der Countdown läuft.

Augsburger Transfers im Winter 2014/15

Schon im Herbst habe ich darüber spekuliert, ob der FC Augsburg im Winter auf dem Transfermarkt nochmal nachlegen sollte. Bekannt war zu diesem Zeitpunkt noch kein Wechsel. Der FC Augsburg war dann trotz sehr erfolgreicher Hinrunde sehr aktiv auf dem Transfermarkt. Die Zu- und Abgänge will ich euch kurz zusammenfassen. Eigentlich wollte ich das schon früher machen, aber Daniel Baier ist mir leider in die Quere gekommen. Danach sollte sich keiner mehr wundern, wer denn nun so alles ein Augsburger Trikot in der Rückrunde trägt (oder eben auch nicht mehr). Folgende Spieler sind im Winter nach Augsburg gekommen:

Dong-Won Ji (Stürmer, 23 Jahre, Borussia Dortmund)

Ji hat die letzten zwei Rückrunden schon in Augsburg gespielt und war vor zwei Jahren entscheidend mit 5 Toren am Klassenerhalt beteiligt. In der letzten Rückrunde beim FCA konnte er sich nicht mehr ganz so gefährlich einbringen, aber die Mannschaft stand letztes Jahr auch schon deutlich besser da und war deswegen nicht so sehr darauf angewiesen. Nun war Ji wohl den Großteil der Hinrunde verletzt und kam nach seinem Wechsel in Dortmund auf keinen einzigen Einsatz. Somit bot sich für den FC Augsburg jetzt die Chance ihn (endlich) fest zu verpflichten. Ji ist immer noch jung mit 23 Jahren und hat Entwicklungspotential. Alleine die Leistungen von vor zwei Jahren versprechen aber schon eine qualitative Verstärkung der Augsburger Offensive. Wenn Weinzierl nun endlich kontinuierlich mit ihm arbeiten kann, dann bin ich gespannt, wie viel in Ji noch steckt. Auf Grund von Verletzungssorgen im Sturmzentrum hat er trotz mangelnder Spielpraxis in den ersten Spielen der Rückrunde schon ordentlich Einsatzzeiten bekommen.

Pierre-Emile Hojbjerg (Mittelfeldspieler, 19 Jahre, Bayern München)

Hojbjerg ist ein talentierter junger Spieler, der beim FC Bayern München nach seiner eigenen Einschätzung, zu wenig Chancen bekommen hat, um sich durch die nötige Spielpraxis weiterzuentwickeln. Entsprechend hat ihn der FC Bayern nun verliehen, damit er andernorts seine Erfahrungen auf dem Feld sammeln kann. Der FC Augsburg hat an dieser Stelle wohl das Rennen gemacht, weil er a) einer Leihe über 6 Monate ohne Kaufoption zugestimmt hat und b) die räumliche Nähe zu München eine schnelle Eingewöhnung befördert hat. Hojbjerg hat direkt in den ersten Partien der Rückrunde gezeigt, welche spielerische Qualität in ihm steckt. Beeindruckt hat mich, wie weit er für seine 19 Jahre physisch schon ist. Hojbjerg wird leider nicht lange in Augsburg spielen, aber diese Zeit sollten wir genießen. Gedanken an die Alaba-Leihe nach Hoffenheim sind nicht ganz abwegig. Ich glaube, dass er sich in München nach seiner Rückkehr (leider für den FC Augsburg) durchsetzen wird. Bis dahin wird er ein wichtiger Impulsgeber in unserem Mittelfeld sein. Es hat mich allerdings schon verwundert, dass er schon in der ersten Partie der Rückrunde einer der besten Spieler auf dem Feld war. Eine etwas längere Eingewöhnungszeit hätte ich erwartet und bin überrascht, wie viel uns auch diese kurze Leihe bisher geholfen hat.

Christoph Janker (Abwehrspieler, 29 Jahre, Hertha BSC Berlin)

Zum Ende der Transferphase wurde offensichtlich, dass im Kader des FC Augsburg Lücken in der Abwehr klafften. Baba verweilte beim Africa Cup, Philp wurde nach Fürth verliehen (siehe unten), Hong ist weiterhin verletzt und Marcel de Jong wurde aus seinem Vertrag entlassen (auch siehe unten). Die Alternativen wurden knapp und Janker wurde aus Berlin geholt. Dort war er zuletzt auf dem Abstellgleis gelandet. Die Augsburger Verantwortlichen erhoffen sich, dass er, wie schon andere Spieler, die bei ihren vorherigen Vereinen nicht mehr berücksichtigt wurden, in Augsburg wieder zu seiner Form findet. Janker durfte nach JICBs Verletzung in Dortmund direkt in der Startelf ran und spielte bis zu seinem Platzverweis solide. Jetzt muss er erstmal zwei Spiele zuschauen, bevor er dann vielleicht wieder eingreifen darf. Nun ist JICB zwar wieder gesund und Baba vom Africacup zurück, aber mittlerweile hat sich Paul Verhaegh längerfristig verletzt und Markus Feulner seine 5. gelbe Karte gesehen. Janker wird damit im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen eine wichtige Alternative für die Bank sein, wenn er nicht rechts hinten direkt wieder von Anfang an ran darf.

Vor allem der Janker-Wechsel wurde erst nötig auf Grund einiger Abgänge, die der FC Augsburg in der Winterpause zu verzeichnen hatte. Folgende Spieler haben den FCA in der Winterpause (vorerst) verlassen:

Ronny Philp (Abwehrspieler, 26 Jahre, SpVgg Greuther Fürth)

Nach vielen Verletzungsproblemen in den vergangenen Jahren kam Philp in der Hinrunde kaum zum Einsatz. Entsprechend wurde der Ersatz von Paul Verhaegh nun für ein halbes Jahr nach Fürth verliehen, um dort Spielpraxis zu sammeln. Zu dem Zeitpunkt konnte ja keiner ahnen, dass sich Verhaegh verletzen sollte. Perspektivisch macht diese Leihe sehr viel Sinn, auch wenn der FC Augsburg in der Rückrunde nun in der Abwehr etwas dünner aufgestellt ist. Philp kann hoffentlich seine Form finden und zeigen, warum der FCA ihn verpflichtet hat und dann gestärkt zu uns zurückkommen. Ansonsten wird bei Philp eine endgültige Trennung immer wahrscheinlicher, damit er nicht als ewiges Talent im Gedächtnis bleibt und vielleicht bei einem niederklassigen Verein häufiger zum Einsatz kommt.

Erik Thommy (Stürmer, 20 Jahre, 1. FC Kaiserslautern)

Erik Thommy ist das größte Offensivtalent, das der FC Augsburg in den letzten Jahren aus der eigenen Jugend hervorgebracht hat. Allerdings war es für ihn schwierig direkt Einsatzzeiten in der ersten Liga zu erhalten. Entsprechend wurde er nun für 1,5 Jahre nach Kaiserslautern verliehen, um sich dort durchzusetzen und Spielpraxis zu sammeln. Wir Augsburger wünschen uns nichts mehr, als dass mit Erik Thommy in Kaiserslautern voll einschlägt und gestärkt nach Augsburg zurückkommt, um hier die Bundesliga aufzumischen. Bei der Konkurrenz in der Offensive wäre dies auf Anhieb beim FCA gerade schwierig geworden, v.a. nach dem Verpflichtung von Ji in der Winterpause.

Marcel de Jong (Abwehrspieler, 28 Jahre, unbekannt)

Marcel de Jong war in der zweiten Bundesliga und in den ersten Bundesligajahren Stammspieler beim FC Augsburg. Allerdings wurde der danach von Ostrzolek und Baba von seiner Position als linker Verteidiger verdrängt. Schon im Sommer verlängerte er seinen Vertrag nur nach großem Hin und Her um 2 Jahre. Nun im Winter haben der FCA und de Jong sich einvernehmlich getrennt und den Vertrag aufgelöst. Hinter Baba saß de Jong regelmäßig nur auf der Bank und kam kaum zum Einsatz. Entsprechend war er unzufrieden, fühlte sich vom FCA angeblich nicht fair behandelt und will sich sportlich jetzt neu orientieren. Ein Schlußstrich, den man eventuell schon im Sommer ziehen hätte sollen. Marcel de Jong hat für den FCA immer alles gegeben und war ein Sympathieträger. Ich hoffe Du kommst bei einem anderen Verein wieder regelmäßig zum Einsatz und findest dein Glück. Alles Gute, Marcel.