Albumreview: Sizarr – Nurture

Nach meinem Review der Cold War Kids bin ich zuletzt noch auf eine weitere interessante Indierock-Platte gestoßen. Nurture von Sizarr hat es mir angetan. Wer Sizarr hört, denkt mit Sicherheit nicht, dass die Jungs aus Landau in der Pfalz kommen. Internationaler Indiesound mit Format überraschte auch mich, als ich bei der Platte auf Play drückte. Es ist schon das zweite Studioalbum der Band. Das erste habe ich wohl einfach verpennt. Ich werde hier bald mal nachforschen müssen.

Nun aber zurück zur aktuellen Platte. “Clam” legt direkt flott los und legt den Grundstein für die weiteren Songs. Ich habe mich direkt beim mitwippen erwischt und erst später nachgehört, worum es denn überhaupt geht. “I may have lied to you” beschreibt, warum in mancheb Situationen aus Angst lügt. Der Song sticht durch seinen tollen Gitarrensound hervor, der mir gut gefällt. Repeat!  “Baggage Men” hat dann ein außergewöhnliches Intro und ist mir persönlich zu krass instrumentiert. Ein etwas simpleres Arrangment würde mir besser gefallen, wo der Song insgesamt eine schöne Struktur hat. Sonst jemand etwas überfordert?

httpv://www.youtube.com/watch?v=_1_qn9yZRXc

Kein Intro, direkter Gesangseinstieg, hallo “Timesick”. Das Problem kennt jeder: die Zeit rinnt einem durch die Finger und man fühlt sich überfordert. Schön beschrieben, wieder etwas mächtig instrumentiert, aber für das Motiv passend.

httpv://www.youtube.com/watch?v=spq8jr_lmPI

Mit dem Auto durch die Nacht, Fenster auf und “Scooter Accident” laut drehen. Die Angst jemanden zu vertrauen und die Kontrolle zu verlieren. Volltreffer!

httpv://www.youtube.com/watch?v=Fz3uI18SfEw

Pianoballade gefällig? “Untitled” ist genau das. Romantisch, gedankenverloren – so einfach und schön. “Slightly” ist ein netter Popsong. Etwas platt und monoton. “Slender Gender” gleich darauf handelt von Kindheitserinnerungen und der Hoffnung auf eine bessere Welt. Schöne Melodie mit Ohrwurmgefahr. “You and I” ist eine Ballade über den Moment des Verliebens. “How much for this” setzt einen kraftvollen Schlusspunkt, der mit eingängigen Gitarrenläufen das Album beendet und einen Steigerungslauf zum Abschluss vollbringt. Schon vorbei? Schade.

Sizarr pflegen Indierock- bzw. Elektropopsound, der schwer einzuordnen ist. Stark von den 80er geprägt, haben viele Songs schöne Melodien. Die Instrumentierung ist nicht abgenutzt, an wenigen Stellen aber für meinen persönlichen Geschmack zu dick aufgetragen. Die Schönheit vieler Songs liegt in ihren einfachen Melodieverläufen. Gerne drücke ich auf Repeat. Jetzt.