Albumreview: Cold War Kids – Hold my Home

Im März veröffentlichten die Cold War Kids mit Hold My Home ihr fünftes Studioalbum in Deutschland. Die Indie Rock Band aus Kalifornien war mir schon früher zumindest beiläufig aufgefallen und so entschied ich mich dem Album eine Chance zu geben, um eine Abwechslung zu den Hip Hop Platten der letzten Zeit zu schaffen. Ich bin nunmal jemand, der gerne unterschiedliche Musikstile hört. Vorweg: Ich wurde nicht enttäuscht.

„All This Could Be Yours“ beginnt schwungvoll mit einem Pianointro bevor der Gesang von Nathan Willett und die Gitarren einsetzen. Mit kräftigen Drums im Hintergrund erzählt er die Geschichte von einer langen Wartezeit auf den einen Abend, nur um dann enttäuscht zu werden. „First“ ist als nächstes ein Song über Vertrauensverlust und Selbstmitleid. Hört selbst:

Danach kommt mit „Hot Coals“ ein poetischer Song über eigene Unzulänglichkeiten und die Angst einen geliebten Menschen zu verlieren, wenn man ihm die Freiheit einräumt, selbst zu wählen. Musikalisch kraftvoll wird diese düstere Angst gut durch die Instrumentierung des Songs unterstützt. Auch im nächsten Titel zeigt sich, dass das Album zumindest in der ersten Hälfte dazu dient, Ängste musikalisch zu verarbeiten. „Drive Desparate“ wird von der Angst getragen, alleine gelassen zu werden und keine Unterstützung zu erhalten.

„Hotel Anywhere“ ist dann eine psychedelische Wandlung auf dem Album. Man scheint schon fast beim Hören wegzufliegen. Der Text ist abgehoben und erinnert an einen Drogenrausch:

I live and I breathe
It’s incredible how little I need
I’ve been enlightened, away from my scene
I find the beauty in everything

„Go Quietly“ hat ein altbekanntes Motiv, in der Darstellung einer Person, die sich nicht nach den Vorstellungen des Partners ändern kann, was unweigerlich zum Beziehungsaus führt. Nichtsdestotrotz ist diese olle Kamelle musikalisch schön verpackt. Auch „Nights & Weekends“ erzählt keine neue Geschichte, bringt aber das Verknalltsein sympathisch und leicht psychedelisch angehaucht rüber. Ein Traum aus vielen rosa Wolken in Indie-Musik gepackt. Während dieser Songs nimmt das Album eine langsame positive Wendung. „Hold my Home“ ist für mich dann der erste schwächere Song auf dem Album, den ich nicht direkt einordnen kann. Er scheint mir belanglos und dazu recht monoton arrangiert. Was verpasse ich?

Wie der „Flower Drum Song“ losgeht gefällt mir schon sehr gut. Der Song hat ein tolles Intro und der Basseinsatz ist wohlplatziert. Daneben hat der Song für mich eine essentielle Aussage, in dem er dem Hamsterrad des „Trophy Life“ widerspricht. Druck ist in vielen Situationen selbstgeschaffen und kann abgelegt werden, indem man den „Flower Drum Song“ singt. Mein Favorit auf dem Album und ein absoluter Knaller! „Harold Bloom“ ist der Name des vorletzten Songs des Albums und zeitgleich eine Referenz an den gleichnamigen Literaturkritiker (ja, ich musste googeln), der wahrscheinlich ein Begründer der modernen Ranglisten war. Der langsame Titel will vermitteln, zufrieden mit der eigenen Leistung zu sein, auch wenn man vielleicht nicht der beste seines Fachs ist. Der Song gibt damit in seiner Richtung die Abkehr vom Wettbewerbsgedanken vor, die mir selbst schwerfällt. „Hear My Baby Call“ als Abschlusssong trifft mich dann wieder tief im Herzen, weil es die Liebe von Eltern zum eigenen Kind beschreibt. Wundervoll und bedingungslos. Damit endet die Platte versöhnlich und geleitet mich wohl in den Tag.

„Hold my Home“ ist ein teilweise düsteres aber sehr poetisches Album. Ich kann das Album nicht immer hören, vor allem wenn ich weiß, welche Geschichten die Songs erzählen. Ich bin ein positiv denkender Mensch und das Album ist doch vor allem zu Beginn recht dunkel. Erst auf der zweiten Hälfte hellt die Stimmung auf und vermittelt die ein oder andere positive Nachricht. Es ist eine sehr gelungene Abwechslung zu so manchem oberflächlichem Popsong aus dem Radio und gefällt mir auch musikalisch sehr gut. Für die richtigen Momente kann ich es daher nur empfehlen.

Albumreview: Donots – Karacho

Die Donots sind eine weitere Band, die mich seit meiner Jugend begleitet. Schon zu Schulzeiten war ich bei einem Konzert von ihnen und das Ganze war wohl so überzeugend, dass ich mich heute auch unter großen Mühen nicht mehr daran erinnern kann, wo das Konzert stattgefunden hat. Aber es hat Spaß gemacht, großen Spaß. Nun sind die Donots immer noch im Geschäft und haben am 20.02.2015 ihr erstes deutschprachiges Album Karacho veröffentlicht. Donots auf deutsch? Funktioniert das?

Mir geht es so, dass ich bei deutscher Musik genauer auf den Text höre, da ich mich nicht so bemühen muss, den Text komplett zu verstehen. Entsprechend bin ich bei deutschen Texten erstmal skeptisch, denn es ist schwerer, dass mich die Texte ansprechen bzw. mir gefallen. Den Donots gelingt das dann doch ganz gut. Musikalisch macht mir der Beginn der Platte Spaß und der Text des ersten Songs „Ich mach nicht mehr mit“ ist auch nicht platt oder nichtssagend. Der Einstand ist damit gelungen.

Musikalisch zwingt mich der zweite Titel „Dann ohne mich“ zum Mitwippen. Auch in diesem Song kommt wieder Gesellschaftskritik durch („Kein Mensch ist illegal“), die mir gut gefällt. Diese wird nicht plakativ vorgebracht sondern wirkt authentisch. Das zentrale Gitarrenriff tut sein übriges und ich finde diesen Song richtig gut. „Junger Mann zum Mitleiden gesucht“ schließt daran an und beschreibt ein trauriges Einzelschicksal. Auch auf deutsch verlieren die Donots nicht ihre musikalische Durchschlagskraft. „Problem kein Problem“ bricht rhythmisch  aus und sorgt für Abwechslung. Kurzes Durchatmen, gut gesetzer Track an dieser Stelle. „Du darfst niemals glücklich sein“ beginnt mit einem Riesen-Riff, bevor es wieder härter wird. Atempause vorbei. Vor allem live wird dieser Titel richtig gut ankommen. Mit „Kaputt“ folgt ein sehr düsteres und destruktives Stück. Mir sind positivere Songs lieber, aber ich hoffe, dass es nur einzelner Titel auf dem Album bleibt, der diese Stimmung vermittelt. Die Band hat meine Gedanken erhört und „Weiter“ wirkt deutlich positiver. Musikalisch ist das Ganze anders mit seinen Classic Rock Tendenzen, aber trotzdem sehr gelungen. „Kopf bleibt oben“ nimmt diese positive Stimmung auf und führt sie fort. Ein Song zum mitsingen, Fenster runterkurbeln und genießen. „Hier also weg“ wirbelt dann vor allem im Refrain. Schnell, kraftvoll und mit viel Energie überzeugt das Stück. 2/3 der Platte sind vorbei und es macht mächtig Spaß. „Straßenköter“ kommt mit einem knackigen Schlagzeugintro daher, bevor es eine tolle Charaktersierung einer rastlosen Person am Rande der Gesellschaft liefert. Einer meiner Favoriten. „Das Ende der Welt ist längst vorbei“ handelt vom Ender einer turbulenten Partynacht, wie man sie nur selten erlebt. Die Euphorie des Songs vermittelt  die positive Stimmung am Ende eines grandiosen Abends. Ich kenne das Gefühl und kann mich gut hineinfühlen. Auch bei „Besser als das“ gefällt mir das gitarrengetriebene Intro wieder sehr gut. Daneben ist der Song der einzige, der mir auch nach mehrmaligem Anhören nicht aufgehen mag. Leider. Aber damit ist er ja ein Einzelstück. „Immer noch“ handelt von großer Nähe gepaart mit der Distanz des Auseinanderlebens. Musikalisch wieder ein Ausbruch, welcher gar nicht heavy sondern eher nach den Ärzten mit Bela B am Mikrofon klingt. Aber so was gefällt mir ja auch. „Hansaring, 2:10 Uhr“ bildet dann den Abschluss des Albums. Eine Gitarre und eine Stimme, die einen auf den gefühlten Nachhauseweg schicken. Eine Geschichte aus der Vergangenheit, die einen schwermütig entlässt und den eigenen Erinnerungen auf die Sprünge hilft.

Einen Song, den man auf dem Album nicht findet, will ich euch trotzdem nicht vorenthalten. Die Donots haben sich auch mit dem Rechtsruck in Deutschland (AfD, Pegida, etc.) beschäftigt und einen Song veröffntlicht, der hiervor warnt. Auch dieser gefällt mir gut und ist neuerdings – na klar – auf deutsch:

Textlich legt das Album den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft vermittelt aber gleichzeitig Hoffnung. Trotzdem ist es musikalisch ein typisches Donots Album. Alternative Rock aus Deutschland ist auf die Donots angewiesen und ich habe mir während dem Durchhören schon überlegt, wo ich im März eines der Konzerte besuchen kann. Live werden viele der Songs richtig gut funktionieren. Dabei klingt das Ganze nicht langweilig, sondern hat musikalisch viele unterschiedliche Aspekte, die aber trotzdem ein schlüssiges Gesamtbild ergeben. Ich gebe aber auch zu, dass ich die Songs teilweise mehrmals hören musste, bevor sie sich mir erschlossen haben. Aber diese Zeit habe ich mir gerne genommen, denn es hat sich gelohnt. Die Donots können es immer noch!

Albumreview: AC/DC – Rock or Bust

Gleich zu Beginn: Wer AC/DC nicht mag, braucht jetzt nicht weiterlesen.

Sechs Jahre mussten wir warten. Mit „wir“ meine ich alle AC/DC-Fans. Vor sechs Jahren ist Black Ice erschienen und erst jetzt kam das nächste Album der Band um Angus Young mit dem Titel Rock Or Bust auf den Markt. Bei mir ist AC/DC in jeder Pregame Playlist vertreten und es ist genau die Musik, die ich kurz vor dem Wettkampf hören will. Es pusht, aber auch nicht zu viel. Also gerade richtig für mich, um auf 100% zuzusteuern. Es groovt und rockt und das habe ich auch dieses Mal wieder erwartet.

Und schon der erste Song (der Titelsong) enttäuscht in dieser Hinsicht überhaupt nicht. „Rock or Bust“ klingt wie ein AC/DC-Song, rockt wie ein AC/DC-Song und ist definitiv kein Bust. Um es genauer zu beschreiben: „Rock or Bust“ klingt wie eine Mischung aus unterschiedlichen AC/DC-Songs, geht deswegen gut ins Ohr und hält sich dort vehement.

AC/DC sind und bleiben AC/DC und das ist die beste Nachricht nach dem ersten Titel. „Play Ball“ ist dann der zweite Track und hat ein paar Gitarrenriffs von Angus parat, die über den vielleicht doch etwas sehr simplen Songaufbau hinweghelfen. Insgesamt geht auch der Titel wieder gut ins Ohr und lässt einen stark mitwippen.

„Rock the Blues away“ ist dann der Titel bei dem die Autofenster runtergekurbelt werden, um lautstark mitzusingen und die eigene schlechte Laune zu vetreiben. Spätestens in der zweiten Strophe kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern, welche Laune ich zu Beginn des Songs hatte. „Miss Adventure“ , eines der wenigen Stücke, welches mir weniger gut gefällt, lässt einen kurz verschnaufen. Ich mag die langgezogenen Teile des Refrains einfach nicht. Geschmackssache, aber nicht so meins, auch wenn die „La, la, la, la“s eigentlich unschlagbar sind. Bei „Dogs of War“ ist das Intro ganz groß. Ein tolles Einheizerstück. Man muss textlich Kugeln ausweichen und seinen Mann stehen. Ganz großes Kino und genau das, was ich von AC/DC erwarte. Auch „Got some Rock & Roll Thunder“ ist ein eingängies AC/DC-Stück im besten Sinne. Rein ins Ohr, der Kopf fängt an mitzuwippen und man fängt an mitzugehen. Gut so und weiter geht’s. „Hard Times“ ist  eine etwas schläfrigere Nummer zwischendurch. Irgendwie nicht ganz so feurig und rockig. Eher Bust. Aber viele Durchhänger waren es bisher nicht und so verzeiht man diesen schnell.  „Baptism by Fire“ packt ein tolles Riff aus, welches extrem ansteckend wirkt, gerade wenn man denkt, die Platte fängt an abzurutschen. Sehr tanzbar und ganz viel Spaß und schon ist man wieder auf den Beinen. „Rock the House“ will dieses Level dann mit viel Gewalt halten. Es gelingt gut, vor allem, weil der Rhythmus sitzt. „Sweet Candy“ macht genauso weiter. Wer es noch nicht gemerkt, ich mag dieses neue AC/DC-Album. Es ist absolut authentisch. Keine Angst vor Riffs, dem typischen Sound und das auch ohne Malcom Young an der Rhythmusgitarre. „Emission Control“ macht dann den Deckel drauf. Ist jetzt nicht der beste Song, aber ich werde es verschmerzen. Zu viel Spaß hat der Rest gemacht, als dass ich diesen etwas monotonen Rhythmus nicht verzeihen könnte. Klar, die Platte ist keine zweite „Back in Black“ aber sie ist gut und macht Spaß. Der Titelsong ist ein absolutes Brett und auch manch anderer Song weiß zu überzeugen. Ganz ehrlich, so eine gute Platte hätte ich nicht erwartet und jeder der AC/DC gut findet, wird hier nicht enttäuscht. Repeat!

Albumreview: Royal Blood – Royal Blood

Einen Hinweis per Email erhalten, gegoogelt und eines der tollsten Alben des Jahres entdeckt. Warum? Wenn man auf Play drückt, rummst es beim gleichnamigen Album der Band Royal Blood ordentlich, ohne dabei hektisch zu werden. „Out of the Black“ ist ein gelungener Opener, der direkt zeigt, wohin das vorliegende Werk will. Laut, bestimmt, mit kräftigen Drums und klaren Gitarren- und Basslinien. „Out of the Black“ ist ein Stück, welches meine Pre-Game-Playlist bereichern wird. Kopfhörer auf, Volume up und Fokus an. „Come on over“ geht dann schneller weiter, wird aber auch recht bald wieder sehr rhythmisch. Spätestens jetzt, glaube ich, dass ich mit den Jungs noch viel Spaß haben werde. Schon lange habe ich mich über ein Rock-Album nicht mehr so gefreut. „Figure it out“ klingt dann irgendwie bekannt und erinnert mich irgendwie an Blur. Damals als Blur noch eine relevante Größe waren. Ja, das Album hat mich mittlerweile in seinen Bann gezogen:

 „You can be so cruel“ ist dann mal kurz nur einen Ticken bedächtiger, geht aber mit seinen eingängigen Riffs sehr gut ins Ohr. Danach folgt mit „Blood on my hands“ ein Stück in dem der Gesang im Mittelpunkt steht, aber von Gitarre und Drums flankiert wird. Im Refrain wird das Stück schon fast langsam, lässt den Kopf aber ordentlich mitwippen. Die kurze Verschnaufpause ist dann spätestens mit „Little Monster“ beendet, das direkt die Gitarrensalve zündet. Und ab geht’s erneut. Ich habe immer noch richtig viel Spaß´beim Zuhören:

 Mit „Loose Change“ geht es bei dem Spektakel in eine weitere Runde und ich gebe zu, dass ich auf die Lückenfüller der Platte warte. Bisher keiner in Sicht. „Loose Change“ ist mittlerweile durch seinen ruhigen Mittelteil durch und man kann sich bildlich vorstellen, wie sich große Kreise zum Pogo bilden. Das geht sicher richtig ab. „Careless“ lässt danach nicht nach. „I wish I cared less, but I am afraid I don’t.“ sind Worte, die mir zu bekannt vorkommen. Ich gieße mir einen Whiskey ein, während das Album langsam auf die Zielgerade biegt. „Ten Tonne Skeleton“ ist noch ein Schwergewicht kurz vor dem Ende, das vor allem durch seine Intensität besticht. Kondensierte Emotion in drei Minuten:

„Better Strangers“ setzt dann den Deckel auf ein wirklich gelungenes Album, das einen von vorne bis hinten in seinen Bahn zieht. Mir hat’s gefallen und ich komme wieder. Der Whiskey ist leer und ich gehe ins Bett.

Album-Review: Linkin Park – The Hunting Party

Linkin Park ist schon wieder eine der Bands, die mich seit meiner Jugend begleitet. Erst vor Kurzem habe ich mich mit „Offline“, dem neuen Album der Guano Apes, beschäftigt. Mit Linkin Park hat eine weitere Band vor nicht allzu langer Zeit ein neues Album auf den Markt gebracht, die ich schon vor 15 Jahren super fand. Ich gebe ja zu, ich war damals auf der ersten Deutschland Tour von Linkin Park auf ihrem Konzert im Zenith in München und bin seitdem bei den Jungs voreingenommen. Das bedeutet aber auch, dass die Erwartungen meinerseits sehr hoch sind, wenn ich mir ein neues Album anhöre, immer mit der Befürchtung, dass es mir nicht mehr so gut gefällt wie damals.

Bei Linkin Park sind diese Befürchtungen diesmal leider in Teilen begründet. Nachdem sie sich vor diesem Album von ihrem langjährigen Produzenten Rick Rubin getrennt hatten, haben Brad Delson und Mike Shinoda das Album selbst produziert. Die Songs sind nicht mehr nur am Computer entstanden, sondern sogar durch Jam Sessions, was für die Band wohl teilweise eine neuer Prozess war. Und das Album wurde nicht nur als etwas härter angekündigt worden, sondern ist an manchen Stellen vielleicht nicht ganz so abgeschliffen und daher vielleicht in seiner Unperfektheit schöner. An manchen Stellen wirkt es allerdings doch sehr roh oder auch unfertig.

Das hierbei die ersten Worte des Albums am Anfang des Songs „Keys to the Kingdom“ „No Control, no Surprise“ sind, ist dabei schon wörtlich zu nehmen. Der erste Song geht direkt nach vorne und nimmt den Hörer mit. Danach ist „All for Nothing“ nicht mehr ganz so direkt und fast schon bedächtig, aber schon jetzt sehr früh lässt sich erkennen, dass die Platte zwar komplett nach Linkin Park klingt aber doch sehr abwechslungsreich ist. Spätestens wenn gegen 1:45 bei diesem Song die elektronischen Elemente einsetzen, freue ich mich auf das, was sich die Jungs noch so ausgedacht haben, auch wenn mir die Endpassagen der Songs mit den kurzen Textpassagen nach den Songs nicht gefallen. Auch die erste Single „Guilty all the same“ verfügt über viele rohe Elemente. Großartige Drums zum Einstieg und tolle Gitarrenriffs gekoppelt mit leidenschaftlichem Gesang und einem tollen Rap-Part. So höre ich Linkin Park immer wieder gerne:

„The Summoning“ ist dann keine richtiger Song sondern eher ein sich steigerndes Instrumental. Hätte es nicht wirklich gebraucht. „War“ danach kommt dann doch sehr roh und punkig daher und wirkt für einen Albumtitel sehr unausgereift. Haben wir da etwa ein kleines Loch bei den Titeln 4 und 5 entdeckt? Das Loch ist eher eine Kuhle und das Album nimmt mit „Wastelands“ direkt wieder Fahrt auf. Die Gesangsparts und das Gitarrenriff tragen einen über jegliche vorherige Schwäche hinweg.  Die zweite Single „Until it’s gone“ widmet sich danach einem der Kernprobleme des Lebens, dass man manche Dinge immer erst dann zu schätzen weiß, wenn man sie nicht mehr hat. Der Titel beginnt sehr ruhig und steigert sich immer mehr zu einem dichten Soundgeflecht. Der Titel ist wohl die erste Hymne auf dem Album, endet aber auch etwas komisch:

„Rebellion“ nimmt im Anschluss dann wieder Höchstgeschwindigkeit auf und überrascht mit schottischen Motiven im Hintergrund. Der Song mag sich dabei zwischen Pub-Hymne und richtig schneller Power-Nummer nicht entscheiden. „Mark the Graves“ ist in Folge auch schwierig einzuordnen. Recht langsam mit hall-verzerrten Gesangspassagen übersät und einem langen Gitarrenpart in der Mitte wirkt der Song etwas konzeptlos bevor er sich zum Ende hin dann doch steigert. Mir aber dann doch etwas zu ruhig und untentschlossen. Zu viel Hymne und zu wenig Power. Künstlerisch ganz großes Kino ist danach der Instrumental-Track „Drawbar“. Sehr schön anzuhören! Danach kommt mit „Final Masquerade“ schon der vorletzte Titel des Albums. Dieser klingt auch schon so, als würde die Band zum Abgesang antreten. An diesen Track wird sich wohl keiner lange erinnern. „A Line in the sand“ ist dann das große Finale. Überladen rotzen einen die Gitarren an, die Gesangsparts sind auf den Punkt und man hätte sich gewünscht, dass das ganze Album diese Qualität gehabt hätte.

Im Großen und Ganzen fehlt „The Hunting Party“ für mich etwas der rote Faden. Es gibt zwar einige Songs die mir gut gefallen, allerdings will sich hier keiner so recht ins Ohr brennen. Und zwischen den guten Songs verstecken sich andere, die zwar durch ihre guten Ideen auffallen, aber nicht ausgereift genug sind, um sich dauerhaft ins Gedächtnis zu schleichen. Mir hat das Hören zwar Spaß gemacht und die Platte ist mitnichten verschwendete Zeit, aber ich glaube lange werde ich mich trotzdem nicht daran erinnern. Eigentlich schade.